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-> Die Gesellenhäuser

Nachdem Adolph Kolping den Kölner Gesellenverein gegründet hatte spürte er, dass es nicht genügte, den Gesellen nur ein zeitlich begrenztes Angebot für die Abende zu machen. Der Verein sollte den wandernden Gesellen einen ähnlichen Halt geben, wie ihn nach Kolpings Überzeugung nur die Familie bietet, und die von ihm initiierten Gesellenhospize sollten für die Mitglieder „ein Familienhaus sein, in dem sie gewissermaßen ihre Familie, gleichgesinnte und gleichberechtigte Freunde wiederfinden und mit ihnen in inniger freundschaftlicher Weise zusammenleben.“  Die Gesellenhäuser waren deshalb nicht nur wohnliche Herberge, sondern auch Schule, die es den jungen Handwerkern ermöglichte, sich religiös, politisch und fachlich zu bilden. Außerdem sollten sie Gelegenheit zur Geselligkeit geben.
Ferner wurden in dem Verein Krankenpfleger gewählt, die laut Satzung verpflichtet waren, einen Kranken, der ihnen gemeldet wurde, im Lauf von 24 Stunden aufzusuchen und sich über die Krankheit sowie deren Grund zu informieren, nötigenfalls ärztliche Hilfe herbeizuholen und für den Kranken zu sorgen. Über diese Krankenpflege hinaus stellte Kolping sich selbst als Seelsorger für Cholerakranke zur Verfügung. Eine Vergütung der Stadt Köln für diese Tätigkeit lehnte er ab; das Geld wurde für den Gesellenverein verwandt.
 
Die modernen Kolpinghäuser verstehen sich vielerorts als Nachfolger der Gesellenhäuser Adolph Kolpings. Das Kolpingwerk Deutschland setzt mit dem Thema Jugendwohnen einen neuen Schwerpunkt um Jugendlichen in unserer Zeit ein Zuhause im Sinne des Gesellenvaters zu geben.
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Ganz in unsere Nähe ist das Kolpinghaus Karlsruhe, wo dieses Konzept erfolgreich umgesetzt wird.
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Gesellenhaus Bühl

Im Jahre 1858, neun Jahre nach der Entstehung der ersten Gesellenvereine überhaupt, gründete Pfarrverweser Friedrich Schultheiß den Katholischen Gesellenverein in Bühl. Der Bühler Gesellenverein ist - nach Freiburg, Offenburg, Mannheim, Karlsruhe und Oberkirch - der sechstälteste Gesellenverein in der Erzdiözese Freiburg. 

Die Geburtsstunde der Kolpingsfamilie Bühl war noch zu Lebzeiten Adolph Kolpings. Nur drei Jahre nach der Gründung des als Keimzelle geltenden Kölner Gesellenvereins, entstand im Jahre 1852 der Freiburger Gesellenverein. Der erste Präses in Freiburg war der Universitätsprofessor und Bühler Bürgersohn Alban Stolz. Höchstwahrscheinlich in dem von Alban Stolz geleiteten Gesellenverein lernte der 1857 in Freiburg geweihte Priester Friedrich Schultheiß die Ideen Adolph Kolpings kennen. Im selben Jahr wurde Friedrich Schultheiß als Pfarrverweser in Bühl bestellt, wo er die Gründung eines Gesellenvereins anregte. 


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Am 28. Dezember 1857 traten 26 Gesellen in Bühl zur Gründung und Aufstellung der Vereinsstatuten zusammen - darunter Buchbinder, Gerber, Glaser, Kappenmacher, Kübler, Maurer, Nagelschmiede, Schneider, Schreiner, Schuster, Wagner, Weber und Zinngießer. Das Gründungsgeschehen war am 27. März 1858 abgeschlossen. 

Das Statut der Kath. Gesellenvereine in Baden von 1858 beinhaltete, dass „...nur ledige Handwerksgesellen als ordentliche Mitglieder aufgenommen...“ wurden und „........jedes aufzunehmende Mitglied .......... wenigstens achtzehn Jahre alt sein“ und zudem „einen unbescholtenen Lebenswandel führen...“ musste. Des weiteren hatte „...der betreffende Geselle wenigstens drei volle Monate Probezeit“, bevor er als “ordentliches Mitglied“ galt. 

Die ersten Zusammenkünfte des Bühler Gesellenvereins fanden im Rebstock statt. Nach den sonn- und feiertäglichen Gottesdiensten und den Prozessionen, an denen die Gesellen mit ihren Fahnen teilnahmen, fand man sich zu Bier und Gesang ein, um einige Stunden bei ruhiger, geselliger Unterhaltung zu verbringen. Das Bühler Vereinslokal war sonntags und feiertags nach Beendigung des Gottesdienstes den ganzen Tag bis abends 10 Uhr geöffnet. Die Gesellen konnten sich auch an Wochentagen „zum Lesen und zur Unterhaltung ..... einfinden.“ Versammlungen mit Belehrungen fanden abends statt. Wenigstens eine Unterrichtsstunde, am besten jedoch „regelmäßige Teilnahme“ am Unterricht wurde empfohlen, und zwar „...in der Religion, ...in Gesang und Musik, ...in Lesen, Schreiben und Rechnen, ...in Zeichnen, ...in Geographie und Geschichte, ...in Naturkunde.“ 

Das damalige Bürgermeisteramt überwachte regelmäßig die Zusammenkünfte der Handwerksgesellen. „Der Montag sollte zu Zusammenkünften nicht bestimmt werden,“ lautete ein Beschluss des Bürgermeisteramts, „da ......ein blauer Montag daraus werden könnte.“ Die Sorge war jedoch unbegründet. In der Vorstandssitzung vom 29.1.1890 wurde der Gesellenverein dem Bürgerlichen Gesetzbuch angepasst. Am 24. Juli 1892 wurde ein Lehrlingsverein (heute: Kolpingjugend) in Bühl gegründet, der eine Überleitung von der Schule in den Gesellenverein sein sollte. Im Jahre 1899 zählte der Bühler Gesellenverein 45 Mitglieder (Gesellen) und 105 Ehrenmitglieder. Am 2. Juli 1899 wurde die Einweihung des Katholischen Vereinshauses „Friedrichsbau“ gefeiert. Damit verbunden war das 40jährige Stiftungsfest der Kolpingsfamilie. Die 40jährige Wanderschaft von Vereinslokal zu Vereinslokal („Löwen“, „Schützen“, „Bären“, „Sonne“, „Restauration Hemmerle“, „Hirschen“, „Adler“ und „Burg Windeck“) fand damit ihr Ende. Der Gesellenverein durfte von nun an den großen Saal im Friedrichsbau für seine Versammlungen nutzen. 
 
Mehr zur Geschichte der Bühler Kolpingsfamilie unter:
http://www.kolping-buehl.de/

 
 
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